Zwangsarbeitsverordnung: Verbot des Inverkehrbringens, Verkaufs oder Exports von Produkten aus Zwangsarbeit
Was sich ändert
Die Verordnung (EU) 2024/3015 verbietet es, Produkte, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden, auf dem EU-Markt in Verkehr zu bringen, bereitzustellen oder zu exportieren – an jeder Stelle der Lieferkette. Nationale Behörden und die Kommission können verdächtige Produkte untersuchen und deren Rückruf, Spende, Recycling oder Vernichtung anordnen. Es gibt keine Ausnahme nach Unternehmensgröße – lediglich zusätzliche Leitlinien und eine eigene KMU-Kontaktstelle.
Wer betroffen ist
Jedes Unternehmen, das Produkte auf dem EU-Markt in Verkehr bringt oder von dort exportiert – Hersteller, Importeure und Händler jeder Größe – mit dem höchsten praktischen Risiko für Importeure, die aus Regionen oder Sektoren mit dokumentiertem Zwangsarbeitsrisiko beziehen.
Größen: kleinst, klein, mittel, groß · Branchen: Alle Branchen · Gilt, wenn: Wir importieren Waren in die EU; Wir exportieren in Drittländer außerhalb der EU
Was zu tun ist
Kartieren Sie Ihre Lieferkette hinsichtlich Zwangsarbeitsrisiken, insbesondere bei Rohstoffen und Lieferanten der ersten Stufe in Hochrisikoregionen oder -sektoren. Richten Sie einen Sorgfaltspflicht- und Beschwerdeprozess ein, damit Sie auf Auskunftsersuchen der Kommission oder des Zolls reagieren können. Bewahren Sie Lieferantenaudits, Zertifizierungen und Verträge auf und verfolgen Sie die Risikoindikatoren-Datenbank sowie die KMU-Leitlinien der Kommission.
Sanktion
Rückruf sowie Vernichtung, Recycling oder Spende nicht konformer Produkte, dazu Verweigerung des Marktzugangs; eine EU-weite umsatzbezogene Geldbuße ist nicht vorgesehen, doch die Mitgliedstaaten müssen wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen festlegen.
Quellen
- EUR-Lex – Regulation (EU) 2024/3015 on prohibiting products made with forced labour (eur-lex.europa.eu)
- European Commission – Forced Labour Regulation (single-market-economy.ec.europa.eu)
Zuletzt geprüft am 8. September 2026. Nur zur Information, keine Rechtsberatung.